Landespolitik
Den neuen Werkrealschulen steht der SPD-Landtagsabgeordnete, Alfred Winkler, wie viel andere von den Lehrergewerkschaften GEW und VBE, über den Landeselternbeirat bis hin zum Baden-Württembergischen Handwerkstag kritisch gegenüber. Er wird daher auch die nun beginnende Umsetzung des Konzepts im Landkreis aufmerksam verfolgen. Als ersten Schritt hat er nun zu einer Bestandsaufnahme der Umsetzung eine kleine Anfrage an die Landeregierung eingereicht.
Die Anfrage umfasst zehn detaillierte Fragen zur aktuellen Situation im Landkreis. Welche Kommunen einen Antrag zur Einrichtung einer neuen Werkrealschule zum Schuljahr 2010/11 eingereicht haben und welche dieser Anträge schon genehmigt wurde, will Winkler zuerst wissen. Er stellt an die Landesregierung die Frage, wie die neue Werkrealschule gemäß dem jeweiligen Konzept vor Ort umgesetzt werden soll.
„Im Landkreis Waldshut müssen wir bis zum Jahr 2020 mit einem Verlust von 19 Hauptschulstandorten rechnen“, zitiert der SPD-Landtagsabgeordnete Alfred Winkler eine neue Studie von Prof. Tino Bargel von der Universität Konstanz. Einmal mehr zeige eine wissenschaftliche Studie auf, dass das krampfhafte Festhalten am dreigliedrigen Schulsystem das Ende der wohnortnahen Schulversorgung zur Folge habe, urteilt Winkler. „Diesen wissenschaftlichen Befunden darf sich der Kultusminister nicht länger verschließen.“
Die Studie weise nach, dass bei einer Beibehaltung des dreigliedrigen Schulsystems viele Kommunen ihren weiterführenden Schulstandort verlieren würden bzw. keinen eigenständigen Schulstandort mehr hätten. Dabei sind die Werkrealschule-Pläne der Landesregierung bereits berücksichtigt. Danach blieben im Landkreis Waldshut nur noch 9 Hauptschulstandorte übrig. „Das zeigt, dass die von der CDU/FDP-Landesregierung eingeführte Werkrealschule zu einer Konzentration von Schulstandorten führt und damit das Aus für die wohnortnahe Schule bedeutet“, so Winkler. Landesweit hätten nur noch ein Drittel der Gemeinden einen weiterführenden Schulstandort.
Die Vorsitzende der SPD im Kreis Waldshut Rita Schwarzelühr-Sutter konnte die rund 300 Delegierten beim Landesparteitag in Karlsruhe spontan für sich gewinnen: Schon im ersten Wahlgang wurde ihr Wiedereinzug in den Landesvorstand der SPD Baden-Württemberg betätigt.
Auch weitere SPD Politiker aus dem Kreisgebiet Waldshut punkteten mit sehr guten Wahlergebnissen. So wurde die frühere Bundestagsabgeordnete und heutige SPD Fraktionsvorsitzende im Waldshuter Kreistag Karin Rehbock-Zureich erneut Mitglied der Antragskommission der Landespartei. Die Antragskommission berät sozusagen die politischen Ideen und Entwürfe, die aus den Ortsvereinen, Arbeitsgemeinschaften und Kreisverbänden an die Landesebene weitergereicht werden. Eine Institution, die die SPD zukünftig wieder sehr viel stärker in die politische Arbeit einbeziehen will um die Meinung der Basis wieder besser zu berücksichtigen. Eine Lehre aus den vergangenen Wahldebakeln und der Unzufriedenheit der Parteimitglieder mit so mancher Top-down Entscheidung.
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